Bewässerungsprojekt Gatuanyaga

- St. Mary Drainage & Irrigation Project


Frauen bei der Arbeit
Frauen heben die Gräben aus.
Männer bei der Arbeit
Ein Rückhaltebecken wird ausgehoben.
Kinder vor Rückhaltebecken
Kinder vor einem der Rückhaltebecken.

Gatuanyaga ist ein Ortsteil der Gemeinde Munyu. Die Gegend dort ist sehr trocken. Wasser gibt es nicht, doch während der Regenzeit steht die ganze Gegend unter Wasser.
Einige Frauen der „Small Christian Community St. Mary”, einer kleinen christlichen Gemeinde in Gatuanyaga, gründeten den Verein „St. Mary Drainage & Irrigation” mit dem Ziel ihre Wasserversorgung zu verbessern. In Eigeninitiative hatten sie schon seit 2001 begonnen Gräben auszuheben, um das Wasser, das in der Regenzeit alles überschwemmt, abzuleiten.

Basierend auf Plänen aus der zuständigen Behörde für Wasser und Bewässerung in Thika entstand hier auf 48 Parzellen ein Netz aus Gräben, durch die das Regenwasser in Rückhaltebecken geleitet wird. Insgesamt wurden über 6km Gräben ausgehoben. Überschwemmungen werden jetzt verhindert. Die Bewohner nutzen das Wasser während der Trockenzeit zum Trinken, Kochen und Waschen, zur Bewässerung und für ihre Tiere.

Die Gräben und Becken wurden in harter Handarbeit meist von Frauen ausgehoben. Der felsige Untergrund erschwerte die Arbeiten und erforderte den Einsatz von Facharbeitern. Das System wird die landwirtschaftlichen Erträge dauerhaft deutlich steigern.

Wir übernahmen die Finanzierung der Arbeits– und Materialkosten. Die Planungsarbeit übernahm die Behörde für Landwirtschaft in Thika. Die nicht qualifizierten Arbeiten und die Instandhaltung sind Aufgaben der beteiligten Landwirte.

Die Behörde für Landwirtschaft in Thika übernimmt weiterhin Schulungen der neuen Landwirte.

Die ersten Farmer konnten bereits ihre Produkte auf dem „Thika Highway“, der Landstrasse nach Thika, verkaufen.

>Bildergalerie Gatuanyaga


Mehr zum Projekt in den Berichten von Hubert Senger (zum Herunterladen, als pdf-Dateien):

>News from Kenya 6.4 (vom 10.07.08)

>News from Kenya 4.6 (vom 04.06.08)



Gathanji Water & Mixed Farming Self Help Group

Die Gruppe besteht aus Farmern, die neben ihren familieneigenen Grundstücken noch gemeinsam ein Stück Land besitzen und bewirtschaften. Die Aufgaben sind gleichmäßig verteilt und jeder bringt neben kleineren Geldbeträgen auch Arbeitskraft in das Gemeinschaftsprojekt ein.
Auf dem Ackerland werden unter Anleitung des Landwirtschaftsministeriums auf biologische Weise Süßkartoffeln angebaut. Mit dieser Pflanze lassen sich vergleichsweise gute Erträge und Verkaufserlöse erzielen.

Kinder vor Rückhaltebecken
Chairman der Gathanji Water & Mixed Farming Self Help Group, Boniface Musyoka (mitte), mit seiner Frau (rechts) und einem Vorstandsmitglied (links).

Die mehrfach ausgebliebenen Regenzeiten und die bisher fehlende Möglichkeit, auf gespeichertes Wasser zurückzugreifen, stellt aber auch für diese Gruppe ein großes Problem dar.
Deshalb haben die Mitglieder beschlossen, einen großen Wasserspeicher für das gemeinsame Stück Land anzulegen. Die Beschaffenheit des Bodens macht es aber auch hier notwendig, dass Facharbeiter aus den Steinbrüchen tätig werden, um den Fels zu bearbeiten. Diese Arbeiten müssen in der Regel unverzüglich bezahlt werden, was der Gruppe aufgrund fehlenden Eigenkapitals bisher nicht möglich war.
Die gewonnenen Steine lassen sich weiterverarbeiten und verkaufen. Somit könnte sich der Wasserspeicher bei geschicktem Management grundsätzlich selbst finanzieren.
Wir sagten der Gruppe das benötigte Startkapital zu. Seither gehen die Arbeiten zügig voran und die ersten Erfahrungen sind sehr ermutigend. Vielleicht kann hieraus ein Modellprojekt für weitere Vorhaben dieser Art werden.